Tradition und Traditionelles

Unser Anwesen befindet sich seit 1874 in Familienbesitz. Traditionell führen wir leidenschaftlich in der 5. Generation den Betrieb fort. Für unsere Existenz legte Ur-ur-ur-Großvater Johannes Thannheimer den Grundstein. Seitdem hat sich vieles verändert und weiterentwickelt. Immer noch sind wir mit unserer Heimat hier tief verwurzelt und schätzen es sehr auf diesem schönen Stückchen Erde wohnen und arbeiten zu dürfen.



So fing es mit der Spielmannsau an!

Johannes Tannheimer genannt der Gottenrieder, der aus Gottenried bei Spielmannsau stammte, holte seine Braut aus der Spielmannsau Haus Nr. 9, die Tochter von Alois Schraudolf und Anna Schratt. Johannes Thannheimer betätigte sich zuerst 4 Jahre als Tagwerker. Als er dann von seinen Eltern viele Weiden aus der Dietersbach Alpe erbte, verkaufte er dieselben und erwarb im Tauschwege am 21.3.1874 das Anwesen Hausnr. 5 in der Spielmannsau. Da sich in der damaligen Zeit der Fremdenverkehr langsam entwickelte und viele Touristen durch die Spielmannsau zur Kemptner Hütte und anderen Hütten aufstiegen, fingen sie an, die Leute zu bewirten und buken fleißig Küchle und Struiben im Butterschmalz, was von den Touristen sehr begehrt und gern gegessen wurde. Da dieses Geschäft gut florierte, ersuchten sie um die Konzession zur Betreibung einer Wirtschaft, welche sie im Jahre 1884 erhielten. Da sie sparsam waren, erwarben sie gar manche Bergmähder und Wiesen in der Spielmannsau.

Am 26. Mai 1886 erwarben sie das Anwesen Hausnr. 8 in der Spielmannsau, zuvor hatten sie in Oberstdorf das Anwesen 33 (Seelos) erworben wo sie den Winter über ab Weihnachten verbrachten. Die zahlreichen Geißen die sie hatten ließen sie in der Spielmannsau wo sie ein Mann fütterte, nebenbei auch Geißkäse machte und Kälber mit der Geißmilch aufzog. Später verkaufte Thannheimer das Anwesen in Oberstdorf und erbaute zwischen Oberstdorf und Loretto in ideales Landhaus mit dem Namen Alpenruhe.

Johannes Tannheimer, man hieß ihn immer nur den Gottenrieder war von großer Statur, hager, zäh und ausdauernd, er ging viel barfuss und seine Fußsohlen wurden so abgehärtet, dass er auf allen rauen Wegen auf den steinigen Alpstiegen barfuss gehen konnte, wie das Wild und das Vieh. Es war dies ein großer Vorteil für ihn auf seinen Schmuggelwegen oder wenn es auf Wilderei ging. Der Gottenrieder soll abends noch des Öfteren nach getaner Arbeit ein Fass Wein von den Mädeler Böden, wohin ihm die Schmuggelware gebracht wurde, barfuß über den Kniekopf herunter zum unteren Knie und weiter zur Spielmannsau getragen haben.

Johannes Tannheimer hatte 3 Kinder, Alois, Johannes und Marianne. Johannes war etwas geistig behindert. Alois erbte die rechte Seite in der Spielmannsau, wo heute das Landhaus, der Gasthof und die Landwirtschaft steht, Marianne, die linke, wo heute die Jugendherberge und die Hausnummer 2 und 9 stehen. Marianne erbaute 1923 die heutige Jugendherberge und nutzte sie als Fremdenpension. Alois heiratete nach Einödsbach ein und verpachtete deshalb die Spielmannsau, da damals Einödsbach die bestgehendste Talwirtschaft von Oberstdorf war.

Alois Tannheimer hatte 3 Töchter, Luise, unsere Oma, geb. am 28.2.1908, Marianne und Johanna. Luise erbte die Spielmannsau und betrieb sie ab 1936.

 

 

Sie heiratete den Jäger Wilhelm Wiedemann und hatte mit ihm eine Tochter, unser Mutter Gertrud geb. am 29.4.1931. Im Mai 1954 heiratete sie Joachim Geiger aus dem Fuhr- und Bauunternehmen Geiger, der noch bis 1955 an der Firma beteiligt war und seinen Anteil dann an seinen jüngeren Bruder abgab und in der Spielmannsau arbeitete und wirkte. Unsere Eltern waren sehr erfolgreich, betrieben von 1956 bis 1963 noch zusätzlich die Alpe Oberau,bauten im Jahre 1961 ein Wasserkraftwerk mit einer Ausbauleistung von 33 kw( zuvor war ein Wasserkraftwerk mit Gleichstromgenerator mit 3 kw Leistung in Betrieb), erbauten 1972 das Landhaus, kauften 1975 das Jugendheim vom deutschen Herbergsverband, erbauten 1980 das nördliche Garagengebäude und 1985 das Austragshaus Nr. 5.Im April 1985 verstarb unser Mutter mit 54 Jahren im April. Daraufhin übernahmen wir den Betrieb und erneuerten 1987 das Wasserkraftwerk und bauten es auf eine Leistung von 56 kw aus. 1988 Bau einer vollbiologischen Kläranlage, 1992 Umbau des Gasthofes, danach Unterkellerung und Renovierung des Jugendheimes. Am 20. September 2009 verstarb unser Vater nach langer Krankheit mit 83 Jahren.

Er half so lange er konnte im Betrieb mit und nahm uns viele Arbeiten, vor allem auch Mietwagenfahrten ab.